Entwickle ein Geschäftsmodell, das zu deiner leisen Identität passt (+ 3 häufige Fallen, in die Introvertierte tappen)

12. Februar 2024

Wie du ein Geschäftsmodell entwickelst, dass zu deinen leisen Persönlichkeit und deinen stillen Stärken passt – und wie die drei häufigsten Fallen aussehen, in die Introvertierte tappen: Das erfährst du in diesem Blogartikel.

Du träumst von deinem eigenen Business und willst dich gern selbstständig machen? Doch diese Aufgabe steht wie ein unbezwingbarer Berg vor dir:

  • Weil du viele Ideen, aber noch kein konkretes Geschäftsmodell hast, mit dem du beginnen könntest?
  • Weil du das Gefühl hast, dass du noch gar nicht die Klarheit über dein Business hast und was du dir wünschst?

Ich weiß noch genau, wie es sich für mich angefühlt hat, als ich über mein Geschäftsmodell nachgedacht habe. Ich fand seitenweise Informationen zu Existenzgründung, steuerlichen Fragen und gesetzlichen Regelungen. Wahnsinnig viel Input, der mich nicht gerade darin bestätigte, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Stattdessen hat es eher meine Zweifel gefüttert: “Das schaffst du sowieso nicht. Du weißt viel zu wenig über Selbständigkeit. Du kannst nicht genug.”

Was ich damals nicht wusste (… und dir jetzt verrate, damit es dir nicht so geht wie mir): Die meisten Informationen zur Existenzgründung, die du online findest, passen nicht zu den Bedürfnissen introvertierter Menschen, die ein (Online)Business aufbauen und Geld mit ihrer Expertise verdienen wollen. Sie richten sich eher an StartUps und Gründer:innen mit klassischen Geschäftsideen im Handels-, Dienstleistungs- oder Handwerksbereich.

Deshalb bringe ich das Gewusel aus Verunsicherung, Zweifeln und Fragen in deinem Kopf mal auf den Punkt:

Dir fehlt DEIN wirklich konkretes, klares Geschäftsmodell, sodass du voller Begeisterung und Selbstvertrauen sagen kannst: „So! Damit fühle ich mich gut. Das passt zu mir. Ich starte jetzt!“

Ein Business zu gründen, ist ein großer Schritt – besonders für stille Persönlichkeiten. Es bedeutet, gewohnte Wege zu verlassen. Unsicherheit auszuhalten. Entscheidungen zu treffen, auch wenn du im Voraus nicht sicher weißt, ob es funktionieren wird.

Die gute Nachricht lautet: Du kannst einiges tun, um deine Erfolgswahrscheinlichkeiten zu erhöhen. Indem du an den Fragen zu deinem Geschäftsmodell dran bleibst, deine Gedanken sortierst, die zu dir passenden Antworten findest und Schritt-für-Schritt voran gehst, anstatt alles beim Alten zu belassen.

Definition: Was ist ein Geschäftsmodell?

Ein Geschäftsmodell (oder: Business Model) ist quasi die Beschreibung, warum, womit und wie du mit deinem Business Geld verdienen wirst. Es erklärt, wie dein Unternehmen funktionieren soll, indem es die wichtigsten Fragen zu deinem Business beantwortet.

  • Was ist dein Thema?
  • An welche Menschen richtest du dich mit deinem Thema? Für wen bist du da?
  • Welchen Nutzen schaffst du für deine Kund:innen?
  • Womit verdienst du Geld?

Die Antworten auf diese Fragen helfen dir, ein solides Fundament für dein Unternehmen zu gießen. Mit einem Geschäftsmodell erstellst du also ein strategisches Konzept für deine Selbstständigkeit.

Das kannst du auf klassische Art und Weise machen, indem du deine Kund:innen und deren Bedürfnisse, Herausforderungen und Wünsche in den Mittelpunkt von deinem Geschäftsmodell stellst. Das ist oft verbunden mit dem typischen Weg von permanentem Wachstum, Schnelligkeit, Größe.

Nach meiner Erfahrung passt dieser Weg nicht zu allen Gründerinnen. Deshalb gehe ich im IntroPreneur-Business einen anderen, einen individuellen Weg. Hier stehen introvertierte, feinfühlige und vielseitig interessierte Coaches, Trainerinnen, Beraterinnen mit ihren Bedürfnissen, Wünschen und Werten, ihrer Geschichte und ihrer Identität im Mittelpunkt. Erst im zweiten Schritt widmen wir uns den oben genannten Fragen zum Business.

Warum ein passendes Geschäftsmodell für deinen Erfolg wichtig ist

Wenn ich mit angehenden Selbstständigen spreche, höre ich auf meine Frage nach ihrem Geschäftsmodell oft diese Sätze:

„Ich werde Life Coach und entfalte das volle Potential von Menschen.“

oder

„Ich bringe Menschen bei, sich gesund und einfach zu ernähren.“

oder

„Ich zeige Frauen, wie sie mit Freude und Selbstvertrauen durchs Leben gehen können.“

oder (der KLASSIKER!)

„Ich helfe Menschen, wieder glücklicher in ihrem Leben zu sein!“

Die schlechte Nachricht lautet: Das sind KEINE tragfähigen und langfristig erfolgreichen Geschäftsmodelle! Es sind vielleicht erste Ansätze, aber das reicht bei weitem nicht aus, um mit der Selbstständigkeit zu beginnen. Wenn du auch etwas ähnliches wie diese vier Beispiele im Kopf hast, dann solltest du unbedingt noch einmal ganz intensiv an der Basis von deinem Business arbeiten. Denn mit einer solch vagen Idee bist du – so hart es klingt – absolut austauschbar, hebst dich nicht positiv aus der Masse hervor und wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum erfolgreich sein.

Die gute Nachricht lautet: Es ist nicht schwer, ein wirklich gutes Geschäftsmodell zu entwickeln, das zu dir und deinen Wünschen und Bedürfnissen passt. Wenn du ausreichend Zeit, Energie, Liebe und Kreativität in das Ausfeilen deiner Businessidee steckst, dann bist du vielen angehenden Coaches, Trainerinnen, Beraterinnen einen RIESIGEN Schritt voraus!

Ich möchte, dass du dir klar wirst, warum du tun möchtest, was du tun möchtest. Dass du zum Start dafür sorgst, dass deine Idee umsetzbar und profitabel ist. Und dass du dein Business unaufgeregt, achtsam und mutig aufbaust. Deshalb erkläre ich dir gleich genauer, wie du ein Geschäftsmodell entwickelst, das zu deinen stillen Stärken und ruhigen Persönlichkeit passt.

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Tipp!

Mit meinem Wegweiser für den Start in dein IntroPreneur Business erkennst du das Potential deiner Geschäftsidee und ob es sich lohnt, dazu ein Geschäftsmodell zu entwickeln.

Auf Basis deiner Bedürfnisse dein Geschäftsmodell entwickeln

Um ein Geschäftsmodell zu erstellen, gibt es einige Frameworks, etwa Design Thinking oder das Business-Canvas-Modell. Es muss aber gar nicht so kompliziert sein. Der erste Schritt für dein Geschäftsmodell ist, dass du dir über deine Bedürfnisse Gedanken machst. Die folgenden Fragen helfen dir dabei:

  1. Hast du ein starkes Warum?
    • Willst du mit dem, was du tust oder mit dem Geld, was dein Business einbringt, die Welt verbessern?
    • Willst du etwas in die Welt bringen, was fehlt?
    • Hast du ein Problem für dich gelöst und willst mit deiner Erfahrung anderen helfen?
    • Willst du eine dringend nötige Veränderung anstoßen?
  2. Wie möchtest du leben?
    • Was brauchst du, damit es dir gut geht?
    • Wie muss dein Business gestaltet sein, damit deine Bedürfnisse berücksichtigt werden?
    • Wofür möchtest du deine Lebenszeit – neben deinem Business – auch nutzen?
    • Was ist dir wirklich wichtig im Leben?
  3. Was möchtest du in deinem Leben erreichen?
    • Wie viel Geld möchtest du konkret verdienen?
    • Möchtest du ein Bauernhaus renovieren, nur noch Designerklamotten tragen, eine Stiftung gründen?
    • Wie sehen deine (Lebens-)Ziele aus?
  4. Wie möchtest du arbeiten?
    • Welche Arbeitszeiten passen zu dir? Wann bist du in deiner Energie?
    • Wo möchtest du arbeiten: vor Ort, von unterwegs, ausschließlich online, im eigenen Arbeitszimmer?
    • Wie viel Zeit möchtest du wöchentlich für dein Business aufwenden?

Wie du dein Geschäftsmodell erstellst

Bist du klar darüber, wie du leben und arbeiten möchtest und was dich antreibt? Dann beginne damit dein Geschäftsmodell darum herum festzulegen:

  • Deine Fähigkeiten: Überlege dir, welche Fähigkeiten du benötigst, um dein Business Realität werden zu lassen. Welche davon beherrschst du schon und welche willst du dir noch aneignen? Oder vielleicht möchtest du für fehlende Fähigkeiten Mitarbeiter:innen einstellen oder Freelancer:innen engagieren?
  • Deine Zielgruppe: Wer darf dir gegenüber sitzen? Das ist eine grundlegende Frage, denn (… auch wenn du das jetzt nicht hören möchtest) du bist nicht für alle Menschen da. Eine wichtige Unterscheidung ist, ob du dich an Privatkund:innen oder Unternehmer:innen richtest. Überlege anschließend, wie groß deine mögliche Kundengruppe ist und wen genau du aus dieser Gruppe ansprechen willst.
  • Das Problem deiner Kund:innen: Denke darüber nach, welches Problem deine Kund:innen haben. Vor welcher Aufgabe stehen deine Kund:innen? Was wollen sie mit deiner Hilfe lösen?
  • Dein Angebot: Womit wirst du Geld verdienen? Was für ein Angebot bietest du an, wie lange und mit welchen Inhalten?
  • Deine Positionierung: Einer der Hauptpfeiler deines Businesses ist deine Positionierung. Was es damit genau auf sich hat und wie du eine gute Positionierung für dich findest, zeige ich dir in diesem Blogartikel.
  • Die Kundengewinnung: Mache dir darüber Gedanken, wie dein Marketing aussehen soll. Was passt zu dir? Womit fängst du an, um Kund:innen auf dich aufmerksam zu machen und für dich und deine Angebot zu gewinnen?
  • Deine Einnahmen: Lege deinen Verkaufspreis fest. Überlege dir, wie viele Produkte du verkaufen musst, um deine monatlichen Kosten ruhig und ohne Druck zahlen zu können.
  • Deine Ausgaben: Gleichzeitig solltest du dir über deine Kosten im Klaren sein. Dazu gehören unter anderem Arbeitsmaterialien, Investitionen und das Wichtigste, was du dir selbst als Gehalt auszahlen willst.
  • Deine benötigten Ressourcen: Überlege dir, welche Lizenzen, Technik, Tools usw. du benötigst, um mit deinem Geschäftsmodell zu starten.

Wie richtest du dein Geschäftsmodell an deinen Bedürfnissen als introvertierter Mensch aus?

Bei klassischen Geschäftsmodellen – meist sind sie auf schnelles Wachstum und permanente Präsenz ausgelegt – laufen introvertierte Unternehmer:innen Gefahr, auszubrennen.

Du musst als introvertierte Persönlichkeit aber nicht gegen deine leise Natur handeln, um erfolgreich zu sein. Wenn du dein Geschäftsmodell nach deinen Bedürfnissen ausrichtest, hast du ein starkes Fundament, um Energie, Ausdauer und Freude zu erleben. Die Basis dafür hast Du mit deinen Antworten auf die Fragen weiter oben schon gelegt.

Denk dran: Es ist dein Business. Du machst die Regeln.

Als stiller Mensch benötigst du wahrscheinlich ausreichend Pausen. Du möchtest keine oberflächlichen Marketingversprechen machen, sondern fundiertes Wissen teilen. Und du möchtest die Sinnhaftigkeit deines Tuns erkennen können.

Die folgenden Beispiele sollen dir zeigen, wie du dein Geschäftsmodell an diese Bedürfnisse anpassen kannst:

  • Finde ein Angebot, das zu deiner Persönlichkeit passt: Wenn du zu den Menschen gehörst, die lieber im Hintergrund bleiben, zuhören und beobachten, dann ist ein Business, in dem du für viele Menschen omnipräsent bist, möglicherweise nicht passend für dich. Wahrscheinlich eignet sich eher die Arbeit mit Einzelpersonen und Kleingruppen.
  • Definiere deine Zielgruppe: Überlege dir genau, mit welchen Menschen du arbeiten möchtest. Wer darf dir wirklich Tag für Tag gegenüber sitzen? Du musst und kannst nicht für alle Menschen dieser Welt da sein, auch wenn du es vielleicht gerne möchtest oder glaubst, es zu müssen.
  • Lege deine Verfügbarkeit fest: Anstatt von 9 bis 17 Uhr pausenlos verfügbar zu sein, kannst du deine „Sprechstunden“ auf bestimmte Tage oder Tageszeiten limitieren. Oder du legst eine bestimmte Anzahl von Terminen fest, die du pro Woche anbieten kannst und möchtest.
  • Mache Marketing, mit dem du dich wohlfühlst: Um sichtbar zu werden, musst du nichts tun, was dir eigentlich widerstrebt. Du musst nicht zum Marktschreier werden. Denn laut ist nicht per se wirkungsvoll. Finde die Maßnahme, die zu dir als introvertierte Persönlichkeit passt. Fange damit an und wenn du dich sicher fühlst, nimm eine weitere Maßnahme dazu.

Häufige Fallen, in die Introvertierte mit ihren Geschäftsmodellen tappen

Als stille Menschen stellen sich uns im Geschäftsleben häufig Hürden in den Weg, die sich Extrovertierten so nicht auftun. Ich möchte dich hier auf drei davon hinweisen, damit du sie dir bewusst machst und umgehen kannst.

1. Perfektionismus

Da ist zum einen die Gefahr, zu lange an deinem Geschäftsmodell herumzudoktern. Als introvertierte Personen haben wir die Tendenz, alles sorgfältig zu durchdenken und immer erst einmal Informationen zu sammeln. Das ist gut, weil es dir Sicherheit gibt und dich vor (kostenintensiven) Schnellschüssen bewahrt. Aber vergiss dabei nicht, zu einer Entscheidung zu kommen.

2. Unter Wert verkaufen

Es kann auch sein, dass du deinen eigenen Wert unterschätzt und deine Preise zu niedrig ansetzt. Als Intro wirst du oft um Rat gebeten, weil deine ruhige, bedachte Art in Kombination mit deinem Wissen, dir eine natürliche Autorität verleiht. Aber mache dir bewusst, dass deine Expertise nicht selbstverständlich ist, sondern gebührend entlohnt werden darf.

3. Zu viel gleichzeitig wollen

Eine weitere Stärke von Introvertierten ist ihre Kreativität. Da wir uns gut auf Dinge fokussieren können und uns gern abschirmen, können wir uns stundenlang mit unseren kreativen Projekten beschäftigen. Wenn wir erst mal in den Flow kommen, sind wir kaum mehr zu stoppen. Doch Vorsicht: Verzettele dich nicht mit deinen vielen Ideen. Statt ständig neue Produkte zu schaffen, solltest du dich darauf konzentrieren, EINE Ideen wirklich umzusetzen, dranzubleiben und Erfahrungen zu sammeln, dann zur nächsten Idee übergehen.

Fallen, in die introvertierte Coaches mit ihrem Geschäftsmodell tappen

Fazit: Nur du entscheidest über dein Geschäftsmodell

Wenn du bei der Entwicklung deines Geschäftsmodells die vier wichtigsten Fragen zu deinem Business beantwortest, weißt du anschließend, womit du dich selbständig machen möchtest, wem du mit deiner Arbeit helfen willst und was genau du deinen Kund:innen anbietest. Mit meinen Fragen zu deiner Identität klärst du außerdem, wofür du stehst und was dich ausmacht.

Beides zusammen lässt dich erkennen, welche Bedürfnisse und welche Fähigkeiten du (und nur du!) mitbringst, um ein Business aufzuziehen, das optimal zu dir passt. So wirst du einzigartig und für die Menschen, die dir wirklich gegenübersitzen dürfen, wiedererkennbar. Du schaffst damit die die perfekte Basis, um deine Selbstständigkeit erfolgreich aufzubauen und gut von ihr leben zu können.

Genau deshalb ist dein Geschäftsmodell so wichtig: Es schließt die Lücke zwischen deinen vagen Ideen und den konkreten Umsetzungsschritten in deiner Selbstständigkeit.

Der beste Tipp, den ich dir mitgeben kann, ist, dein Geschäftsmodell an deine Bedürfnisse anzupassen. Gestalte dein Business nach deinen Regeln, unaufgeregt, achtsam und mutig, im Einklang von Herz und Verstand. Fühle dich nicht verpflichtet, etwas zu kopieren, weil alle sagen, dass es der Erfolgsgarant schlechthin ist. Lass dir Zeit, denn ein Business aufzubauen ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Und dabei gibt es nur einen richtigen Weg: Deinen eigenen!

Intropreneur Wegweiser Mockup

Falls du dir für die Entwicklung deines Geschäftsmodells Unterstützung wünschst, sieh dir doch mal meinen kostenlosen Wegweiser an: „Wie du dein IntroPreneuer-Business startest – unaufgeregt, achtsam und mutig“.

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