Du & Dein Business: Ihr braucht einen gesunden Umgang mit Geld

1. Mai 2024

“Eklig”, “unkontrollierbar”, “will ich nicht, muss ich aber haben” – unsere Gefühle zu Geld sind oft ein wildes Durcheinander und selten richtig positiv. Es sind Empfindungen, die wir introvertierten Frauen häufig haben, wenn es um den finanziellen Teil in unserem Business geht.

Was kein Wunder ist: Unsere komplexe Beziehung zu Geld und Finanzen, die ist tief in unseren persönlichen Wertvorstellungen, in unserer Erziehung und in unseren individuellen Erfahrungen verwurzelt.

Verstärkt werden diese Gefühle noch durch das miese Spiel um den Begriff „Money Mindset“.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was genau ich mit Money Mindset meine,
  • wie meine eigenen Erfahrungen mit Geld und Finanzen aussehen,
  • und wie die Persönlichkeitsstruktur von uns Introvertierten deinen Umgang mit Geld prägt

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Geld ist in deinem Business immer präsent

Wusstest du? Geld verdienen, das sind seit Jahren die am häufigsten eingegebenen Worte in der Google-Suche. Kein Wunder ist Geld in unserem Leben und in unserem Business zu jeder Tages- und Nachtzeit präsent. 

Ok, vielleicht nicht zu jeder Nachtzeit, aber mal ehrlich – hast du nicht auch schon in der Nacht wachgelegen, weil dich deine Auftragslage, die Steuererklärung oder eine bevorstehende Angebotsabgabe beschäftigt haben.

Wenn ich mit meinen Kundinnen über Geld spreche und die Frage stelle: „Wie viel darf es denn sein?“, erhalte ich in den seltensten Fällen eine klare Antwort. Typisch ist eher das:

  • Unruhig hin und her rutschen.
  • Innerer Widerstand, anstatt auf meine Frage einzugehen.
  • Hinweise à la: Das macht mein Mann.

Also falls du dich gerade ertappt fühlst.
Du bist damit nicht allein.

umgang mit geld im Business

Weil wir introvertierten Frauen auf der einen Seite ein starkes Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit haben. Oft in Kombination mit dem Wunsch, der Gesellschaft und den Menschen durch unsere Arbeit etwas zurückzugeben.

Auf der anderen Seite fällt es uns schwer, eine gesunde und aktive Beziehung zu unseren Finanzen aufzubauen. Wie auch, wenn Geld als etwas Unangenehmes empfunden wird.

Wobei Geld – ob es uns passt oder nicht – in der Welt, in der wir leben, eine große Bedeutung hat und ein enormer Möglichmacher ist. Für dich und das Leben, das du dir wünschst. Aber auch für das, was du für die Menschen und für die Gesellschaft mit deiner Arbeit bewirken willst.

Was bedeutet Geld für mich

Wie die meisten von uns, wuchs ich mit dem Unbehagen auf, über Geld zu sprechen.

  • Als Kind habe ich mich so gut wie nie getraut, um etwas zu bitten, was Geld kostet. Auch dann nicht, wenn es mir enorm wichtig war.
  • Als Studentin habe ich viel gejobbt. Ich wollte niemanden (… meinen Eltern) auf der Tasche liegen und habe lieber verzichtet oder manches gar nicht erst in Erwägung gezogen, wenn das Geld knapp war. 
  • In meiner ersten beruflichen Hälfte als Angestellte waren Gespräche über Gehalt ein No Go.  Es wurden keine Details zum eigenen Gehalt geteilt, geschweige denn über Gehaltserhöhungen oder -verhandlungen gesprochen.
  • Als ich mich für die Selbständigkeit entschieden hatte: Ich habe mir keine Gedanken gemacht, was es heißt, als Selbständige Geld zu verdienen (… ganz gut so, sonst wäre ich vielleicht gar nicht erst gestartet.)

Glücklicherweise hatte ich von Anfang an Menschen an meiner Seite, die etwas von Finanzen verstehen und mir Dinge wie Umsatzsteuer, Sicherstellung finanzieller Rücklagen, Investitionen, Preise erklären konnten.

Das Wichtigste:
Das was du einnimmst, gehört nicht automatisch alles dir!

Wobei mich diese Menschen weniger begleiten konnten: Bei der Verbindung, die es zwischen unserer introvertierten Persönlichkeit, unserem Geschlecht und unserem Blick auf Geld gibt. Denn hier beginnt das Dilemma mit unserem Verhältnis zu Finanzen.

Dein emotionaler und finanzieller Umgang mit Geld im Business als Introvertierte

Selbstwert und Geld

Wirst du in deinem Umfeld häufig um Rat gefragt? Werden deine durchdachten und klugen Antworten geschätzt? Mache dir bewusst, dass du für dein Wissen, deine Expertise einen Preis aufrufen darfst. 

Auch (… und erst recht), wenn du es bisher als natürlichen Ausdruck deiner selbst betrachtet hast und der Gedanke, dafür Geld zu verlangen, dir total abwegig erscheint.

Zweifel und Geld

Ich sage manchmal im Scherz: Wir introvertierten Frauen haben auf Selbstzweifel ein Abo abgeschlossen. Für dich heißt das: Du darfst lernen, in welcher Situation Zweifel, eine stille Stärke und angebracht sind, und wann sie uns das Leben unnötig schwer machen.

Was ich damit meine: Bei Schwankungen im Einkommen (… die bei Selbständigen immer wieder vorkommen) ist es oft nicht weit, bis du deine eigene Kompetenz oder den Wert deiner Arbeit in Frage stellst. Zweifel, die dir das Leben unnötig schwer machen.

Authentizität und Geld

Geld will ich nicht, muss ich aber haben. Oha, da steckt viel drin. Ich bleibe mal bei dem Wunsch, authentisch zu sein und authentisch zu handeln. Womöglich verbindest du diesen Wunsch mit dem Gefühl, dass Geld verdienen und Preise erhöhen, dem widerspricht. 

Gemeinwohl und Geld

Viele introvertierte Frauen, die ich kenne, möchten mit ihrer Arbeit einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Oft verbunden mit dem Wunsch, niemanden von ihren Angeboten auszuschließen. Wenn du auch dazu gehörst, dann hindert dich dieser Wunsch an Preiserhöhungen. Und verhindert, dass du Einkommen hast, das du für gemeinnützige Zwecke einsetzen und gleichzeitig bei deiner Steuererklärung geltend machen kannst. 

Schuld und Geld

Geld in Kombination mit Werten ruft manchmal auch Schuldgefühle hervor. Insbesondere, wenn es darum geht, Preise für deine Angebote festzulegen, in denen du persönliche oder emotionale Unterstützung anbietest. Das endet regelmäßig mit Bedenken, zu viel zu verlangen und führt dich zu niedrigen Preisen. 

Ängste und Geld

Eines vorab: Introvertierte sind nicht automatisch ängstlich. Wir bevorzugen lediglich ruhigere, weniger stimulierende Situationen. Preise zu nennen und Leistungen anzubieten (… noch dazu fremden Menschen), gehören da nicht automatisch dazu. Wenn du Sorge hast, zu fordernd zu erscheinen oder dass der Wert deiner Arbeit nicht gesehen wird – kann dich das dazu bringen, niedrige Preise anzusetzen.

Finanzielle Glaubenssätze, die wir als Erbe mitbekommen haben

Geld ist böse. Geld zu haben, ist eklig. Geld macht nicht glücklich. Vermutlich kennst du noch einige mehr davon. 

Lass mich mal ein was festhalten: Geld ist in allererster Linie ein vom Menschen geschaffenes Tauschmittel. Es wurde erfunden, um Handel betreiben zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Emotional wird es erst in unserem Kopf. Und zwar dann, wenn wir uns vergleichen oder unseren Wert danach bemessen. 

Das miese Spiel mit dem Begriff Money Mindset

Und da ist mein Lieblingsbegriff, der auf Social Media  immer und überall präsent zu sein scheint: Money Mindset. In der Coaching-Branche wird damit viel Geld verdient, werden ganz gezielt Bedürfnisse und Sehnsüchte angesprochen, werden Hoffnungen zunichte gemacht.

Wie oft lese ich und es wird mir auch erzählt:

Das ein (Online)Business uns reich macht, ganz ohne Input.
Denn das Einzige, was du für den finanziellen Erfolg brauchst, ist das richtige Money Mindset.

Das Einzige, was dieser Satz wirklich erzeugt? Ein Gefühl von Scham. Wir fühlen uns einfach schlecht dadurch, als würde mit uns introvertierten selbständigen Frauen etwas nicht stimmen. Als wären wir falsch.

Mal abgesehen von der Frage, was das sein soll:
Ein richtiges Money Mindset.

Dabei ist es (leider) immer noch Normalität, dass unser Money-Mindset ein bisschen… ich sage es mal vorsichtig, vermurkst ist. Wie sollte es auch anders sein, wenn wir uns noch nie näher mit unseren Glaubenssätzen zu Geld und dem Geld-Verdienen auseinandergesetzt haben.

Was ist eigentlich ein Money-Mindset?

Kurz gesagt ist es alles, was mit deiner Einstellung zu Geld zu tun hat. Gleichzeitig ist es so viel mehr und wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst (… z.B. Gefühle, ich habe vorhin schon einige davon genannt.) 

Dein Money-Mindset bestimmt nicht nur, was du über Geld denkst, ob du es liebst oder ablehnst, alles in den Sparstrumpf packst oder mit vollen Händen zum Fenster hinauswirfst.

Es bestimmt auch, wie gerne Menschen dir Geld schenken, geben oder anbieten und – in unserem Fall als Unternehmerin ganz besonders wichtig – wie gerne sie dir Geld zahlen. Denn wie stark oder schwach dein Money-Mindset ist, strahlst du nach außen aus.

Ganz egal, ob du das merkst oder nicht (… sehr wahrscheinlich merkst du es aber eh schon ganz von selbst).

Dein Money-Mindset umfasst alles, was du in Verbindung mit Geld fühlst und denkst. Aber auch, wie du damit umgehst. Vom Cent, den du auf der Straße findest (… ist das ein Glücks-Cent oder schmutziges Geld für dich?), bis hin zu deinen Angeboten und Programmen, die du mit vier- oder sogar fünfstelligen Preisen anbieten könntest (… es aber nicht tust).

Wofür du und dein Business einen gesunden Umgang mit Geld brauchen

Fest steht (… ohne jede Diskussion), dass die Qualität deines Money-Mindsets bestimmt, wie viel Geld du mit deinem Business verdienen wirst oder wieviel Geld aktuell schon fließt.

Hast du eine positive Einstellung zu Geld:

  • gelingt es dir mühelos, im Verkaufsgespräch gelassen zu bleiben
  • fällt es dir leichter, kostenpflichtige Angebote zu erstellen,
  • deine Preise anzupassen (Nach oben, meine Liebe! Immer nach oben!)
  • empfindest du das Schreiben von Verkaufsseiten für deine Website nicht als anstrengend

Ein gesundes, dich unterstützendes und stärkendes Money-Mindset ist aber nur eine Seite der Medaille. 

Gerade wir introvertierten selbständigen Frauen brauchen Wissen über den Umgang mit Geld, zur Finanzplanung und Kontoführung, aber auch zu Investitionen in uns und unser Business.

Es ist doch so: Wenn ich mit einem Thema lange nicht in Berührung komme (… oder mich dafür drücke, ja ja ja) dann ist es ganz natürlich, dass du dich unsicher fühlst und vielleicht auch ein innerer Widerstand da ist, dich damit zu befassen.

Von finanziellem Unbehagen zu finanzieller Zuversicht

Geld und Finanzen im Business: Statement für introvertierte selbständige Frauen

Was du aber auch bedenken solltest:

Wenn Du mehr Geld verdienen möchtest oder für das gleiche Geld weniger arbeiten möchtest. Dann gibt es nur zwei Optionen für dich:

(1) Verkaufe mehr Angebote.
(2) Erhöhe Deine Preise.

Bei beidem Optionen brauchst Du eine gesunde innere Einstellung zu Geld sowie Wissen über Preisbildung und Umsatzplanung, um erfolgreich damit zu sein. 

Ist im Grund ganz logisch, oder?

Natürlich kannst du auf deiner Webseite und in deinen Angeboten brav Deine Preise erhöhen. Mit einem schwachen Money-Mindset dahinter wirst du in Verkaufsgesprächen oder Absprachen zur Zusammenarbeit trotzdem immer wieder mit deinem Preis runtergehen. Und das ganz ohne, dass Dich jemand darum gebeten hat. 

Wenn du innerlich überzeugt bist, Verkaufen ist eklig und Geld unkontrollierbar – dein Money Mindset also ein klitzekleines moralisches Problemchen mit sich rumschleppt -, dann wirst du noch so oft sagen können, Menschen sollen deine Angebote wahrnehmen und mit dir zusammenarbeiten. Sie werden es nicht tun.

Zum Glück hast Du es selbst in der Hand!

Denn im IntroPreneur Business reden wir nicht um den heißen Brei herum und wir geben uns auch nicht der Illusion hin, dass ein eigenes Business uns von jetzt auf gleich reich macht, ganz ohne Input.

Apropos Input: Denn findest du in diesem Blogartikel reichlich. Jetzt bist du dran. Wie sieht dein erster Schritt aus zu einem gesunden Umgang mit Geld? Erzähle mir gerne mehr dazu per E-Mail.

Meine Erfahrung zeigt allerdings auch, dass meine Gespräche und womöglich auch dieser Blogartikel hier, dich zu der Erkenntnis bringt, dass da doch noch so einiges ordentlich hakt.

Dann fühle dich eingeladen, in mein 1:1 Intensiv Mentoring. Dort erarbeiten wir deine ganz persönliche Antwort, was finanziell erfolgreich für dich bedeutet und wo du dich finanziell hin entwickeln willst. Wir stärken nachhaltig und langfristig dein Money Mindset. Ich teile mit dir die Grundlagen und Kniffe, die wir Frauen im Umgang mit Geld und Finanzen in unserem Business kennen sollten.

Ohne Zweifel.
Ohne Schuld.
… und ganz ohne schlechtes Gewissen.

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