Warum fange ich nicht an? So kommt deine Motivation zurück
20. Juli 2025Machen wir uns nichts vor: Wir alle kennen Situationen, in denen der Gedanke “Wozu mache ich das eigentlich? Es gibt doch schon alles.“ dazu führt, dass gar nichts mehr geht. Vielleicht hast du dann jede Menge Taktiken ausprobiert, um deine Motivation zurückzubekommen, aber dieses starke und lähmende Gefühl breitete sich nur noch weiter in dir aus. Vermutlich zusammen mit der Frage: Warum fange ich nicht einfach an?
Willkommen im Raum zwischen Wollen und Tun.
In diesem Artikel schauen wir genau hin,
- Warum es nicht an fehlender Disziplin oder Willensschwäche liegt, wenn du nicht anfängst
- Welche verborgenen Gründe dich wirklich vom Anfangen abhalten
- Welche 3 Methoden dich zurück in deine Motivation bringen
Warum fange ich nicht an: Typische Gedanken und wie du sie auflöst
Die meisten Menschen glauben, dass fehlende Motivation eine Ausrede ist: „Da hat halt jemand einfach gerade keine Lust zu arbeiten.“
Doch stimmt das wirklich?
Die psychologische Forschung* zeigt: Diese Annahme greift zu kurz.
Menschen vermeiden Aufgaben nicht, weil sie „keine Lust“ haben, sondern weil sie kurzfristig unangenehme Gefühle (z. B. Versagensangst, Unsicherheit) vermeiden wollen. Das sieht wie fehlende Motivation aus, ist aber eher ein Emotionsproblem.
Es äußert sich in typischen, wie diesen Sätzen:
- „Es gibt doch schon alles – Was habe ich dem noch hinzuzufügen?“
- „Andere machen das schon – besser, größer, sichtbarer als ich.“
- „Warum sollte ich noch etwas schreiben / sagen / anbieten?“
- „Es fühlt sich überflüssig oder belanglos an.“
Impuls: Gib deinen Gedanken eine Stimme
Nimm dir 10 Minuten Zeit und schreib alles auf, was dich abhält loszugehen – unzensiert. Formuliere jeden Gedanken als Satz: „Ich glaube, dass…“. Dann stell dich jedem Satz ehrlich gegenüber: „Ist das wirklich wahr?“
Was steckt dahinter? Diese psychologischen Gründe solltest du kennen:
Dabei haben die Untersuchungen gezeigt: Fehlende Motivation ist nicht bloß eine Ausrede, sondern meist ein Signal für emotionale Belastung, ungestillte Bedürfnisse oder fehlende Sinnhaftigkeit.
Ein paar mögliche Ursachen sind:
- Vergleich und Informationsüberflutung: Du siehst so viel auf Social Media, dass dir deine eigene Stimme, deine eigenen Beiträge unwichtig erscheinen.
- Perfektionismus: Der Impuls zu kreieren ist da, aber der Anspruch, etwas mit wirklicher Tiefe entwickeln zu wollen, sorgfältig und mit hoher Qualität, bremst dich aus.
- Mangel an Resonanz: Vielleicht hast du schon etwas gesagt oder geteilt – und es scheint nichts zu bringen. Du fühlst dich unsichtbar und es interessiert scheinbar niemanden, dass es dich und dein Business gibt.
- Erwartung an „das Neue“: Vielleicht ist in dir die (unbewusste) Idee, dass es nur dann Sinn macht, etwas zu tun, wenn es noch nie da war und neu oder besonders ist.
Du siehst: Wenn du nicht anfängst, liegt das oft nicht an fehlender Disziplin oder Willensschwäche, sondern an innerer Überforderung. An deiner Auseinandersetzung mit dir selbst.

3 Einsichten über Motivation zurückbekommen, die meine Arbeitsweise verändert haben
Nummer 1: Motivation als Beziehung, nicht als Leistung.
Vieles funktioniert besser, wenn wir uns davon angezogen fühlen, statt uns in eine bestimmte Richtung zu schieben. Keine Spur von Kampf und Ich-muss-jetzt-endlich-anfangen-Drama.
Es kann so hilfreich sein, eine Aufgabe komplett beiseite zu legen und etwas ganz anderes zu tun, bis man sich tatsächlich von der Aufgabe angezogen fühlt, weil die entscheidende Eingebung von allein kommt.
In Folge #61 „Warum ich fast aufgehört hätte.“ vom IntroPreneur Business Podcast erzähle ich, wie es mir gelungen ist, meine Motivation zurückzubekommen, nachdem ich Anfang des Jahres vor meinem Redaktionsplan saß und gar nichts ging.
Nur dieser Gedanke war präsent:
Warum soll ich meinen Podcast fortführen, wenn es doch schon so viele andere viel erfolgreichere Frauen gibt, die über dieselben Themen sprechen wie ich?
Ich habe gespürt, wie mich dieser Gedanke immer weiter blockiert hat. Und ehrlich: In dem Moment als ich entschieden habe, erst einmal keine neuen Folgen aufzunehmen, hat das auch etwas in mir erleichtert. Der Druck war raus.
Ich habe mich in solchen Momenten schon öfter bewusst für Abstand entschieden. Also wirklich für Abstand (… nicht nur hinausgehen und Kopf auslüften). Das kann sich über Stunden, oft über Tage und manchmal Wochen hinziehen. Und ja, es braucht Vertrauen in sich selbst, um diese Situation auszuhalten. Aber immer kommt der Moment, in dem mir plötzlich die Idee kommt. In den merkwürdigsten Momenten.
Das Geniale ist nämlich:
Der Kopf (… oder sollte ich besser sagen, unser Inneres) arbeitet im Hintergrund trotzdem weiter, ohne dass wir es bemerken.
Und so war es bei mir auch. Mein Podcast hat mit Women`s Wisdom eine neue Reihe bekommen, in der ich über das Zerrissen sein von uns Frauen spreche – zwischen Selbstbestimmung und dem Festhalten an alten Mustern.
Nummer 2: Das Ego will neu und besonders sein – das Innere will echt sein.
Ich möchte Dinge tun, die mir Freude bereiten. Die mich fühlen lassen: Das ist sinnvoll. Das hat Tiefe. Ich möchte meine Leserinnen und Zuhörerinnen nicht einfach nur „bespielen“, sondern etwas mitgeben, das bleibt. Etwas, das berührt, bewegt – und vielleicht einen Impuls gibt, an sich zu glauben.
Aber ich weiß aus Erfahrung:
Wenn ich versuche, mich zu Ergebnissen zu zwingen, nur um etwas zu liefern, dann bin ich mit der Qualität meiner Arbeit nicht im Reinen. Dann fehlt die Energie. Die Freude. Die Verbindung.
Und ich bin sicher: Das merken auch die Frauen, für die ich schreibe oder spreche.
Und genau da steht mir manchmal mein Anspruch an Qualität und Sorgfalt im Weg.
Dieses: „Es muss besonders sein“.
Oder: „Wenn ich nichts Neues zu sagen habe, dann sage ich lieber gar nichts.“
Was mir in solchen Momenten hilft, ist ein Perspektivwechsel:
- Was, wenn es gar nicht deine Aufgabe ist, etwas noch nie Dagewesenes zu sagen?
- Was, wenn es reicht, das Wissen auf deine Art sichtbar zu machen?
Das – was dich besonders macht, hat weniger mit Wissen zu tun (… und mal ehrlich, Wissen ist heutzutage überall und zu jeder Zeit verfügbar).
Es hat mit dir zu tun.
Mit deiner Persönlichkeit.
Mit deiner Art, Menschen zu begleiten.
Mit dem, wie du Dinge miteinander verbindest, verstehst, übersetzt.
Es gibt nur EINEN entscheidenden Unterschied – und das bist du.
Du – und WER du bist.
Du – und WIE du etwas tust.
Und genau hier liegt die Einladung an dich:
Nicht etwas Neues zu erfinden, sondern dich selbst ernst zu nehmen.
Mit deinem Blick. Deiner Sprache. Deiner Art, einen Gedanken lebendig zu machen.
Nummer 3: Warum Wiederholung kein Fehler, sondern Teil deines kreativen Prozesses ist.
Unser Gehirn lernt nicht durch Einmaligkeit, sondern durch Wiederholung.
Und genauso funktioniert auch Wirkung: nicht durch den einen perfekten Impuls, sondern durch Wiederholung.
Vielleicht kennst du das:
- Du hörst einen Satz zum dritten Mal – und jetzt macht er etwas mit dir.
- Du liest einen Gedanken, den du schon mal gehört hast – aber diesmal bleibt er hängen.
- Du hörst den Klang einer Stimme, und plötzlich beginnst du zu verstehen, was du vorher nur wusstes
Wissen verliert nicht an Bedeutung, nur weil es wiederholt wird.
Ich erlebe es an mir selbst:
Meine Kreativität beginnt oft nicht im leeren Raum (… oder dem berühmten weißen Blatt Papier), sondern in der Auseinandersetzung mit etwas, das schon da ist, das mich inspiriert.
Das kann ein Gedanke, ein Satz, ein Bild, eine Struktur, ein Gespräch sein, das mich anregt (… manchmal auch aufregt) – und ich fange an etwas Eigenes hineinzubringen.

Kreativität heißt nicht, aus dem Nichts zu schöpfen.
Sie heißt, etwas Lebendiges daraus zu machen, was du in dir trägst und was dir im außen begegnet.
- Du veränderst, ergänzt oder widersprichst.
- Du formulierst es so, dass es zu dir passt.
- Du machst es greifbarer für die Menschen, die dir zuhören oder von dir lernen.
Gerade als introvertierte, reflektierende Frau bist du oft besonders gut darin, Inhalte nicht einfach zu „reproduzieren“, sondern sie durch dich hindurch zu transformieren.
Und vielleicht kennst du diesen Moment:
Du liest etwas und denkst „Ja… aber da fehlt noch was.“
Oder „Das würde ich ganz anders sagen.“
Das ist der Anfang. Nicht das Ende.
Du bist nicht blockiert – du bist auf dem Weg zurück zu dir.
Früher hat mein Selbstwertgefühl darunter gelitten, wenn ich, statt einfach anzufangen, nur wie gelähmt und ohne Energie dasaß. Ich habe mich mit anderen verglichen, wie schnell und einfach sie Themen aufbereiten und gedacht: „Was soll ich da noch beitragen?“
Ich fiel in ein Loch und fragte mich, was unterscheidet mich eigentlich von den anderen. Meine Verzweiflung lähmte mich so sehr, dass ich erst recht keine Motivation bekommen habe, meine Aufgaben anzugehen. Meine Energie ging für Gedankenschleifen drauf statt für die Dinge, die gerade wirklich wichtig waren.
Ich musste erst lernen:
Nicht-Anfangen ist oft kein Mangel an Motivation – sondern ein Ausdruck davon, wie viel mir daran liegt, etwas wirklich Relevantes zu sagen oder zu schreiben.
Etwas was für meine Leserinnen und Zuhörerinnen – für dich – wirklich einen Mehrwert bietet, in deinem Kopf bleibt, deinen Alltag als introvertierte selbständige erleichtert oder verbessert und nicht das x-te Content-Piece ist, was es schon viele Male so oder so ähnlich gibt.
Und es hat gedauert, bis ich verstanden habe:
Es geht nicht darum, ständig Neues zu erfinden,
sondern darum, dein Wissen und dein Können auf deine Art sichtbar zu machen.
Du bist der Filter, durch den etwas Bekanntes Menschen zum ersten Mal berühren kann.
… und genau darin liegt dein Anfang!
* Quelle: Deci & Ryan (2000) – Self-Determination Theory sowie Sirois & Pychyl (2013) – Procrastination & Mood Regulation
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